Logger-Test: i-Blue 747 und 747A+ GPS Recorder

i-Blue 747 und 747A+ DataLoggerNach etwas Pause bei meinen Loggertests geht es heute gleich mit einem Doppeltest weiter. Ich habe die Möglichkeit genutzt, bei einem Bekannten die beiden iBlue Logger vom Typ 747 und 747A+ für Tests auszuleihen. Da beide abgesehen von einigen Details sehr ähnlich sind, bietet sich solch ein gemeinschaftlicher Test an.

i-Blue 747 und 747A+

Die Firma Transystem aus Taiwan produziert verschiedenste GPS Produkte. Darunter auch GPS Logger mit Bluetooth Funktion. Der iBlue 747 (nur noch gebraucht zu bekommen) ist der Vorgänger des aktuellen Modells i-Blue747A+. Beide Geräte verfügen über GPS Chipsätze von MTK. Beim 747 die Version I, beim 747A+  den MTK 3329 Chip (Version II). Im Folgenden beschränke ich mich auf Erklärungen zum iBlue747A+ (links im Bild).

iBlue 747 und iBlue 747A+

Mit Strom wird der Logger über die USB Buchse geladen. Im Lieferumfang ist normalerweise nur ein KFZ Ladekabel enthalten. Einige Händler bieten auch Pakete mit 230V Lader an. Ansonsten ist das Laden über jeden Standard-USB Port mit einem Mini-USB Kabel möglich.

Die Bedienung geschieht über einen Schiebeschalter und eine Taste. Der Schiebeschalter besitzt die Stellungen OFF - NAV - LOG.
Logger und Bluetooth sind sowohl in der Stellung NAV als auch in der Stellung LOG aktiv. Einziger Unterschied ist, dass sich der Logger in NAV Stellung bei inaktiver Bluetoothschnittstelle in den Ruhezustand versetzt.
Der Taster auf der Oberseite dient zum Setzen von Wegpunkten. Nützlich für Positionen welche im Track markiert werden sollen oder um den Zeitabgleich beim Geotagging wie im Geotagging-Buch auf Seite 21 beschrieben durchzuführen.

Waypointtaste am i-Blue 747A+ Data Logger

Ein Unterschied zwischen beiden Modellen ist die AGPS Unterstützung. Durch Assisted GPS ist es möglich, nach dem Einschalten besonders schnell die eigene Position zu bestimmen. Dazu werden Bahndaten (Almanach) der GPS Satelliten aus dem Internet auf den Logger geladen. Die Daten können mit der beiliegenden Software GpsView auf dem 747A+ für eine Woche gespeichert werden. Der Fix mit aktuellen Daten geschieht dann wirklich extrem schnell.

Zur Kontrolle des Loggers befinden sich auf der Oberseite drei LEDs. Die Blaue auf der linken Seite zeigt den Zustand des Bluetooth-Empfängers an. Leuchtet sie, ist das Gerät dabei, eine Verbindung aufzubauen. Steht die Verbindung, blinkt die sie im Sekundentakt. Die mittlere LED zeigt den GPS Status an. Die LED leuchtet durchgehend gelb solange das Gerät keine Position hat und blinkt, sobald eine Position verfügbar ist. Die rechte LED ist für Informationen zum Ladezustand. Sie leuchtet grün während des Ladens, blinkt grün wenn der Akku geladen ist und rot, wenn der Akkustand niedrig ist.

Technische Daten:

  • Gewicht (betriebsbereit): ca. 65g
  • Größe: 46,5 x 72,2 x 20 mm
  • Display: Nein
  • Waypunkttaste: Ja
  • AGPS Unterstützung: 747A+ - Ja; 747 - Nein
  • Speichergröße: 4MB; Anzahl Trackpunkte abhängig von Einstellungen
  • Preis ca. 70€

Der Akku ist wechselbar und reicht für Aufzeichnungen von 30 bis 40 Stunden. Bei der Stromquelle handelt es sich um ein kompatibles Modell zu dem Nokia BL-5C Akku, welcher z.B. im Nokia 6230 verwendet wird. Somit sind auch günstige Ersatz- oder Zusatzakkus zu bekommen.

Die Bluetooth Verbindung zu anderen Geräten klappte gut. Standardcode für pairing ist 0000. Somit sollte einer Verwendung mit dem Unleashed nichts im Wege stehen. Vorteil dieser Kombination: Geotags direkt in den Bildern und Track für Präsentation auf dem Logger.

Baugleiche Logger gibt es auch von QStarz und Blumax:

Software:

Hier kommen wir zum noralgischen Punkt dieser beiden Logger.

Eine Verbindung kann sowohl über USB als auch über Bluetooth hergestellt werden. Wobei USB wegen der höheren Datentransferrate bevorzugt werden sollte. Aber Vorsicht. Es ist kein richtiges USB Gerät, gescheige denn ein USB-Massenspeichergerät. Hier kommt ein altmodischer USB-To-UART Virtual COM Port Treiber zum Einsatz.

Bei meinem Hauptrechner (WinXP) war es nicht möglich den Logger zum Auslesen der Daten zu bekommen. Anscheinend haben sich hier Treiber gegenseitig behindert.
Auf einem Win7 Netbook klappte die Verbindung über USB bzw. Bluetooth auch nicht immer. Manchmal wurde einfach kein Gerät gefunden.

Mitgeliefert werden die beiden Tools GpsView und GpsPhotoTagger.
Mit GpsView können lediglich Stati angesehen, Einstellungen verändert und die AGPS Daten aktualisiert werden.

GPS View Status ScreenGPS View Setup Screen

Auf dem Setup Screen können im Abschnitt AGPS die Hilfsdaten aus dem Internet heruntergeladen werden und auf den Logger kopiert werden (Update)

Zu GpsPhotoTagger kann ich nichts sagen. Entweder war keine Verbindung möglich oder ich bekam die Meldung, dass zu wenig Systemresourcen verfügbar seien.

Zum Glück gibt es noch die freie Software BT747-Steuerprogramm.

BT747-Steuerprogramm ist ein Open-Source Projekt welches sich um ein Herstellerübergreifendes Tool kümmert. Das Tool kann beides, Einstellen der Logger und Auslesen des Speichers. Allen unterstützen Loggern ist der MTK Chipsatz gemein.

BT747 gibt es neben verschiedenen Desktop Varianten auch für Mobile Geräte. Unter anderem für Windows Mobile und J2ME Handys.

Eine Verbindung zum Logger wird über die Schaltfläche "Verbinden" am unteren Rand hergestellt. Zuvor ist hier der COM Port (bei Bluetooth Verbindung) oder USB zu wählen.

Die wichtigsten Screens sind Log-Aktionen, Geräteeinstellungen und AGPS.

Auf dem Log-Aktionen Screen werden rechts Informationen zum angeschlossenen Logger angezeigt. Wichtig hier: die aktuelle Speichernutzung.

BT747 Steuerprogramm

Nach dem Download der Rohdatei kann diese auf dem PC in das gewünschte Format umgewandelt werden. Zu erst das Ausgabeverzeichnis wählen. Dann bei Konvertiere beispielsweise die GPX Taste drücken. Anschließend hat man die Daten im universellsten Format etwa für das Geotagging mit GeoSetter.

Bei Geräteeinstellungen sind zwei Stellen besonders Wichtig.

BT747 Steuerprogramm Geräteeinstellungen

Zum einen der Bereich Position auf der linken Seite.
Hier kann eingestellt werden welche Daten gespeichert werden. Wichtigste Auswirkung: Anzahl der zu speichernden Datensätze. Sehr schön bei der BT747 Anwendung ist, dass sofort die geschätze Anzahl der Datensätze angezeigt wird. Hier ist Längen- und Breitengrad Pflicht. Evtl. noch Höhe aktivieren. So wird der zur Verfügung stehende Datenspeicher optimal für das Geotagging ausgenutzt.

Zum anderen Log von... rechts unten.
Passen Sie den Logabstand Ihren persönlichen Bedürfnissen an. Fix sollte bei 1s bleiben. Für das Geotagging hat sich ein Zeitabstand von 5s als guter Kompromiss zwischen Genauigkeit und Speicherbedarf herausgestellt.

Aus beiden Einstellungsgruppen ergeben sich etwa 140.000 Datensätze. Das reicht für ca. 194h, was rund 24 Tage Fototour (8h pro Tag) entspricht.

AGPS

BT747 Steuerprogramm AGPS

Sehr übersichtlich gestaltet sich der AGPS Screen. Über AGPS-Daten in Logger speichern wird die Datei erst aus dem Internet geladen und dann auf den Logger übertragen. Gültig sind die Daten dann für eine Woche.

Testrunde:

Beide Logger befanden sich nebeneinander, flach liegend in der Lenkertasche des Fahrrades. Durch die aktuellen A-GPS Daten des iBlue 747 A+ erfolgte der erste Fix bereits vor dem losfahren von Zuhause. Die Abweichungen beider Logger waren unter den gegebenen Umständen minimal. Deshalb hier nur die Aufzeichnung vom 747A+ Logger und vom Garmin. Der Zeitabgleich erfolgte mit der Wegpunktbasierten Methode.

 

Vorteile der iBlue 747 Serie:

  • Gute Empfangseigenschaften
  • Sehr großer Speicher (747A+)
  • Zusätzliche Waypunkttaste
  • Akzeptabler Preis
  • Wechselbarer Standard Nokia Akku

Nachteile der iBlue 747 Serie:

  • Unmögliche Softwareausstattung
  • komplizierte Verbindung zum PC

Fazit:

Tolle Hardware steht miserabler Software gegenüber. Wer Spass am Basteln mit dem PC hat, bekommt mit dem iBlue747A+ einen hervorragenden Logger. Die Empfangseigenschaften sind über jeden Zweifel erhaben. Sofern die Verbindung zum PC klappt steht mit der freien Software BT747 eine Lösung bereit, welche selbst bei Profis keine Wünsche offen lässt. Einsteiger und Gelegenheitsnutzer werden mit der Software aber keinen Spass haben.

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